Die Ostarbeiter-Sparkarte

Zivilarbeiter*innen aus der Sowjetunion war das Sparen von Geld sowie Geldüberweisungen ins Ausland verboten. Für sie wurde 1942 das „Ostarbeitersparen“ eingeführt. Pro Monat konnten sie Sparmarken zu einer, drei, fünf oder zehn Reichsmark von ihrem geringen Lohn kaufen und in die Sparkarten einkleben. Zur späteren Berechnung der versprochenen 2,5 Prozent Jahreszinsen wurde auf jeder Sparmarke Monat und Jahr notiert, in dem sie erworben worden waren. Die Auszahlung oder Überweisung des gesparten Geldes war an viele Bedingungen geknüpft. Tatsächlich ausgezahlt wurden die Sparanlagen fast nie und die sowjetischen Zivilarbeiter*innen zögerten häufig, die Wertmarken zu kaufen. Ab dem 27. September 1944 wurde das gesparte Geld überhaupt nicht mehr ausgezahlt oder überwiesen. 1) „Nach dem Rückzug der Wehrmacht aus der Sowjetunion wurden die Sparbeträge der sowjetischen Zivilarbeiter*innen einbehalten und zur Finanzierung des Krieges genutzt. Insgesamt sammelte sich durch das Ostarbeitersparen ein Betrag von über 45 Millionen Reichsmark an.“ 2)

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1) BA, Bad Arolsen, Abruf vom 19.1.2022 unter:https://eguide.arolsen-archives.org/archiv/anzeige/ostarbeiter-sparkarte/
2) Vgl. ebd.

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