Hitler, Göbbels, Thierack: Vernichtung durch Arbeit

Vertreter von Industrie und Behörden kamen 1942 zu dem Ergebnis, ausländsche Arbeitnehmer stärkeren Repressionen auszusetzen. Ende Oktober 1942 schlug Rüstungsminister Speer vor, dass „SS und Polizei hier ruhig hart zufassen und die Leute, die als Bummelanten bekannt sind, in KZ-Betriebe stecken“. 1) Dies führte dazu, vor allem russische Zivilarbeiter in die Konzentrationslager einzuweisen. Bereits ab März 1943 ordnete das RSH an „(...) daß sowjetrussische Zivilarbeiter/      Ostarbeiter(...) aus den Konzentrationslager nicht mehr zu entlassen sind. Auf die bisherige Regelung, Ostarbeiter nach einer bestimmten Zeit aus den Konz.-Lagern zu entlassen und an ihre alten Arbeitsplätze  zurückzubringen (...) wird mit Rücksicht auf die Sicherung der in den Konzentrationslagern laufenden Rüstungproduktionen verzichtet.“ 2) im Gespräch mit Hitler und Goebbels notierte sich Reichsjustizminister Thierack: „Hinsichtlich der Vernichtung asozialen Lebens steht Dr. Goebbels auf dem Standpunkt, daß Juden und Zigeuner schlechthin Polen, die etwa 3 bis 4 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hätten, Tschechen und Deutsche, die zum Tode, lebenslangen Zuchthaus oder Sicherungsverwahrung verurteilt wären, vernichtet werden sollten. Der Gedanke der Vernichtung durch Arbeit sei der beste.“ 3)

 

 

 

 



_________________________
1) Schreiben des SS-WVHA an die KZ-Kommandanten vom 26.3.1943. BArch NS 3/426, Bl 41.
2) Vgl. ebd.
3) Aufzeichnungen Thieracks über ein Gespräch mit Dr. Göbbels am 14.9.1942 in: StAN PS 682.

nach oben