Strafen: Gefängnis, KZ-Einweisung, Schläge
Werkmeister Hans Eisenbarth (weisser Kittel) beaufsichtigt KZ-Häftlinge in der Zylinderkopfendmontage im Werk BMW-Allach. Daneben ein französischer KZ-Häftling mit "Lagerstraßenfrisur". Foto: Propagandafoto, Privatarchiv Klaus Mai.

Die Bestrafung sowjetischer Kriegsgefangener hob sich deutlich von der bei den übrigen Nationen ab. Innerhalb des Stalag VIl/A waren Fluchten bei den Kriegsgefangenen anderer Länder zwar häufig, zogen in der Regel nur mäßige Konsequenzen nach sich. Anders bei sowjetischen Kriegsgefangenen. Eine Flucht oder Planung einer Flucht aus dem Stalag oder auswärtigem Arbeitskommando hatte für sie schwerwiegende Folgen. Bei erstmaliger Flucht wurde in der Regel "verschärfter Arrest" verhangt . Einem zweiten Fluchtversuch folgte die Übergabe an die Stapo und die Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft, anschließend meist die Überstellung des Kriegsgefangenen in ein Konzentrationslager.

Dies galt allerdings nur für sowjetische Kriegsgefangene. Zwingende Gründe für eine Einweisung in ein KZ waren Überfall, Raub, Mord, Totschlag auch bei "Fremdarbeitern" nachgewiesener Geschlechtsverkehr mit deutschen Frauen. Bei diesen Verbrechen erfolgte "Sonderbehandlung" in den KZ, d.h. die sowjetischen Kriegsgefangenen wurden ermordet. In Arbeitskommandos und Konzentrationslager endete ein Sabotagevorwurf gegen sowjetische Kriegsgefangene und Zivilarbeiter meist tödlich. So wurde im KZ-Außenlager Dachau-Allach ein sowjetischer Kriegsgefangener wegen des Sabotageverdachts erhängt. Einem anderen sowjetischen Kriegsgefangenen war an der Drehbank ein Drehstahl gebrochen. Darauf wurden beide von BMW-Werkmeister Hans Eisenbarth der Sabotage beschuldigt. Einige KZ-Häftlinge versuchten den Werkmeister von seiner Meldung an die SS abzubringen, indem sie ihm Geld boten. 6 Wochen nach der Meldung wurde der Häftling im KZ-Außenlager Dachau-Allach erhängt. 2)
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1) BMW-Werkmeister Hans Eisenbarth auf dem Foto stehend im weißen Kittel mit KZ-Häftllngen 1943 bei der Schlußkontrolle in der Zyllnderkopf-Endmontage bei BMW-Allach.
2) Vgl. dazu: Bericht von Nikolaus Choprenko: in: Klaus Mal, Das vergessene KZ, München 2021.

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