BMW-Allach als KZ-Werk
KZ-Werk Allach mit Kriegsgefangenen- Fremdarbeiter- SS-Straflager, KZ-Außenlager und der BMW-Wohnlager Karls- und Ludwigsfeld 1943. Foto NCAP, Privatarchiv Klaus Mai. Bearbeitung Klaus Mai.

Ende Januar 1944 waren bei BMW München-Allach in der Flugmotorenfertigung, bei Baumaßnahmen und Stollenbau insgesamt 3.434 KZ-Häftlinge eingesetzt und leisten 908.606 Arbeitsstunden im Monat. Das entsprach einem 11-Stundentag. Für das Allacher BMW-Werk plante Göring mit Himmler eine Steigerung des Einsatzes auf 12.000 KZ-Häftlinge pro Monat. 1) Bereits zu diesem Zeitpunkt stellten die sowjetischen Kriegsgefangenen mit das größte Facharbeitskräftepotential dar. Allerdings: „Eine weitere Belastung stellte der Abzug von artilleristisch ausgebildeten russischen Kriegsgefangenen dar, die in einer Zahl von rund 1.000 der Rüstungswirtschaft abgezogen wurden. Auch hier handelt es sich um besonders geeignete und gut eingearbeitete Facharbeiter, deren Ersatz ebenfalls weder quantitativ noch qualitativ möglich war [„Sowjetische Kriegsgefangene waren für den ‚Endsieg‘ unverzichtbar“]. Seit Monaten kommen in den Rüstungsbereich VII keine Kriegsgefangenen-Transporte mehr. Es war also mehr mit Verlusten und nicht mit Zuwachs zu rechnen. Ein Ende März eingetroffener Transport von 1.900 russischen Kriegsgefangenen ist in einer derartig bejammernswerten körperlichen Verfassung, dass mit dem Einsatz in die Rüstung frühestens nach Ablauf eines halben Jahres gerechnet werden kann und dann ist bereits angeordnet, dass diese Russen zur Ablösung der bei der Stadt befindlichen englischen Kriegsgefangenen eingesetzt werden müssen. Die Stimmung unter den Gefangenen und ausländischen Arbeitskräften ist schwankend. Die Franzosen werden im Allgemeinen nach Fleiss und Anständigkeit gelobt, während die russischen Kriegsgefangenen und ganz besonders die englischen faul und unbotmäßig sind.“ 2)
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1) IMT, Band. XXVII, S. 355 ff, Schreiben von Himmler an Göring vom 9.3.1944: Einsatz von Häftlingen in der Luftfahrtindustrie. Dies entsprach einer 66-Stundenwoche, Sonntag war „frei“.
2) BA RW 20/7, Bericht der Rüstungsinspektion VII für das 1. Vierteljahr 1943.

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