Einsatz der Russen bei BMW
Sowjetische Kriegsgefangene arbeiten 1944 an Standbohrmaschinen im BMW-Werk II Allach. Foto BMW-group archiv.

Generalfeldmarschall Milch führte in einer Besprechung betreffend die zentrale Planung des Arbeitseinsatzes am 12. April 1944 u.a. aus: „Die Rüstungsindustrie arbeitet auch sehr weitgehend mit Ausländern, und zwar nach den letzten effektiven Zahlen mit 40%. (...) Unser hochwertigster neuer Motor [BMW 801] wird zu 88% von russischen Kriegsgefangenen gemacht, und die übrigen 12% sind deutsche Männer und Frauen. An der Ju 52, die jetzt nur noch als Transportmaschine bei uns gilt, arbeiten bei einer monatlichen Produktion von 50 bis 60 Maschinen nur 6 bis 8 deutsche Männer, im übrigen nur ukrainische Frauen, die alle Arbeitsrekorde der Facharbeiter gedrückt haben.“ 1) Und zum Einsatz russischer Kriegsgefangener als Flakschützen führte Generalfeldmarschall Milch wenige Stunden später aus: „Wir haben die Forderung gestellt, daß bei uns in der Flakartillerie ein gewisser Prozentsatz Russen ist; 50.000 sollen im ganzen heran; 30.000 sind schon als Kanoniere da. Das ist eine witzige Sache, daß Russen die Kanonen bedienen müssen. Es fehlen noch die letzten 20.000. Ich habe gestern einen Brief vom Oberkommando des Heeres bekommen, in dem mitgeteilt wird: wir können keinen einzigen mehr abgeben, wir haben selbst Zuwenig.“ 2)
_________________________
1) IMT, Band XXXVIII, S. 346.
2) Ebd. S. 340.

nach oben