Vom Stalag VII/A Moosburg über Görlitz, Krems nach Lipowa 7

Für viele von ihnen ging es von Moosburg am 5.9.1940 nach Krems, danach weiter nach Görlitz in das Stalag VIII/A, um dort ebenfalls das Lager auf- bzw. auszubauen. Überstellungen nach Görlitz fanden aber auch direkt aus Moosburg statt. Von dort erfolgte für 150 Kriegsgefangene ab dem 23. Januar 1941 die Überstellung in das jüdische Kriegsgefangenenlager nach Lublin an der Lipowastraße 7. Dort wurden sie zur Arbeit in die umliegenden Werkstätten sowie ab dem Frühjahr 1941 zum Lageraufbau des KZ Lublin-Majdanek eingesetzt. Entlassungen aus der Kriegsgefangenschaft fanden nicht statt. 1)

Shmuel Krakowski schrieb dazu: „In Lublin wurde ein großes Lager in der Lipowa-Straße 7 errichtet, wo etwa 3.500 Häftlinge über einen längeren Zeitraum interniert wurden. Ein großes 1.357 Mann starkes Kontingent erreichte das Lager im Februar 1941, eine weitere Gruppe von 1.810 Kriegsgefangenen kam im März an. Auch kleinere Gruppen wurden dort untergebracht. Die Kriegsgefangenen wurden vom Judenrat von Lublin betreut, der zu diesem Zweck einen ‚Sonderausschuss‘ angeführt von Mosche Eisenberg und Meir Rotbaum einrichtete, der die Hilfe für die Kriegsgefangenen und die Flüchtlinge organisierte. 2)
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1) Entlassungen aus der Kriegsgefangenschaft sind in den vorliegenden erhalten gebliebenen Kriegsgefangenen-Personalkarten aus dem „Ringelblumarchiv“ nicht dokumentiert. Der Vermerk auf der beiliegenden Kriegsgefangenen-Personalkarte: „entl. 23.1.1941 Lublin“ meint die Überstellung in das Kriegsgefangenenlager nach Lublin. Im „Normalfall“ wurde die Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft und ihre Übergabe an die Zivilverwaltung bzw. SS oder Gestapo an die Wehrmachtsauskunftstelle - später „Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht“ (WASt) - gemeldet und auf der Kriegsgefangenen-Personalkarte dokumentiert. Dies war hier auf keiner der Karten der Fall. Vgl. auch: The Fate of Jewish Prisoners of War in the September 1939 Campaign, Yad Vashem Studies, Vol. XII, Yad Vashem, Jerusalem, 1977 pp. 297-333; https://www.yadvashem.org/odot_pdf/microsoft word - 6215.pdf.
2)    Vgl. https://cbj.jhi.pl/collections/827827. 

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