Schlafen in Zelten - Lageraufbau ab 1939
Blick von außen auf das provisorische Zeltlager des Stalag VII/A. Foto: Stadtarchiv Moosburg.

Der jüdisch-polnische Überlebende Josef Reznik berichtet über seine Zeit nach seiner Ankunft im Stalag VII/A: „Ende 1939 wurden wir nach Moosburg transportiert. Zu der Zeit, als wir dorthin gebracht wurden gab es im Lager nur kahlen Boden. Selbst bei starkem Frost schliefen wir in den Zelten auf dem Boden. Dann änderte sich das Wetter (...) Wir begannen schnell mit dem Bau von Baracken, die bereits an die Bedürfnisse angepasst waren. Jeder bekam einen Platz in ihnen.“ 1) Der letzte Satz bedeutet, dass auch jüdischen Kriegsgefangene in die Baracken einzogen. Ein Judenstern musste nicht getragen werden. 2)

In der Dienstordnung für Kommandanten eines „Hauptgefangenenlagers“ hatte zwar der für das Kriegsgefangenenwesen zuständige General Reinecke bereits vor Kriegsbeginn im Frühjahr 1939 die Separierung der jüdischen Kriegsgefangener angeordnet, 3) in der Praxis erwies sich diese Maßnahme jedenfalls im Stalag VII/A in der ersten Kriegsphase von 1939/41 als nicht durchführbar, da das Gefangenenlager erst durch die Kriegs
gefangenen aufgebaut werden musste. Der Befehl vom 11. März 1942, wonach „jüdische Kriegsgefangene mit dem gelben Stern zu verwahren sind“ wo immer dies möglich ist und von den anderen Kriegsgefangenen zu isolieren und gesondert unterzubringen sind, betraf jedenfalls nicht die jüdischen polnischen Kriegsgefangenen, da diese im Januar 1941 nach Lublin in das Lager Lipowastraße 7 überstellt worden waren.
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1) Testimony Reznik, YVA, 0-33/294.
2) Die Anweisung des OKW jüdische Kriegsgefangene mit einem gelben Stern zu markieren erging erst im März 1943. BA-MA, RH 49/30, Befehlssammlung Nr. 11/5 vom 11.3.1943.
3) Vgl. IMT, Bd. XXXVI, S. 546, Schreiben vom 28.1.1939 betr. Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen. 

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