„Vor dem Krieg waren schon Jugoslawen und Kroaten beim Bahnbau hier beschäftigt. Nach dem Polenkrieg kamen auch junge polnische, männliche und weibliche Arbeitskräfte nach Deutschland.(...) Es kamen 1942 auch russische Arbeiter und Arbeiterinnen hierher, die in der Schießstätte untergebracht wurden und in der Melassefabrik [Dr. Zentz] zu arbeiten hatten. Ferner kamen zivile Jugoslawen, Italiener, Ukrainer und Ukrainerinnen zu den Bauern, nachdem die russischen Gefangenen abtransportiert worden waren (...). In das Lager der abgezogenen Russen kamen zivile Holländer, die ebenfalls in der Melassefabrik eingesetzt wurden. Sie waren mit ihrer primitiven Unterkunft in einem ehemaligen Stalle nicht zufrieden, zumal Leute aus besserem Stande darunter waren, erreichten aber nichts. International war Feldmoching geworden,
international auch der Bauernhof. Der Ortsbauernführer hatte in seinem Betriebe 1 Polin, 2 gefangeneFranzosen, 1 zivilen Jugoslawen, 1 Italiener. Wie schwer die Verständigung mit ihnen warläßt sich denken. Die Ausländer benützten zu ihrer Verständigung untereinander die deutsche Sprache. Russinnen im Lager blieben in der Kleidungzurück. Ihrem Kopftuch blieben sie treu. Zur Kartoffelernte 1942 kamen Frauen und Mädchen aus der Krim. Die Mehrzahl stammte aus Simferopol. Der Rasse nach waren einige mongolisch, Die meisten waren europäischen Typs, viele sogar germanischen, blond, hellfarbig, schmalköpfig. Geführt wurden sie von einer Lehrerin. Alle hielten auf große Reinlichkeit und zeigten großen Fleiß.“ 1)
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1) Schmidhuber, Feldmoching Teil 4. Foto: Schmidhuber.